Inertia-Manufaktur

Heute besuchten wir die Inertia-Manufaktur, hier werden unsere Schulpullover und T-Shirts genäht und bedruckt. Wir sind mit sehr niedrigen Erwartungen zur Manufaktur gefahren,  da Paul uns gestern die Standards der konventionellen Produktion in und um Bangalore erklärt hat. Diese Standards Grenzen an Zwangsarbeit und daher gingen wir von wesentlich schlechteren Bedingungen aus, als wir schließlich vorfanden.

Wir wurden sehr freundlich Empfangen. Es war eine sehr kleine Manufaktur mit wenigen Räumen im Erdgeschoss und im Obergeschoss. Im Erdgeschoss wurden die Stoffe gelagert, zugeschnitten und zusammengenäht. Diese Produktionsschritte wurden von einem Mann und drei Frauen durchgeführt, doch erzählte uns der Chef, dass im ganzen Betrieb nur 6 Frauen arbeiten. Die restlichen Angestellten sind männlich. Alle Arbeiter sind für jeden Vorgang zuständig, außerdem erhalten sie den indischen Mindestlohn.  Die Arbeitsräume waren hell, ordentlich und sauber, man hatte das Gefühl als würde man in einem Handarbeitsraum in der Schule stehen.

Inertia Sewer

Die Näherinnen haben sich unterhalten und sahen gesund aus. Da eine Näherin sogar etwas Englisch sprach, hatten wir auch die Möglichkeit mit ihr über ihre Arbeit zu sprechen. Sie erzählen uns, dass sie 6 Tage die Woche, 8 Stunden am Tag arbeiten und dass es ihnen in dieser Manufaktur besser geht als in ihrer Vorherigen. Die Näherinnen bestätigten unabhängig vom Vorgesetzten die Aussagen die wir vorher von eben jenem erhalten hatten. Aus sozialer Sicht galten dort auf den ersten Blick sehr faire Verhältnisse. Was uns jedoch nicht überzeugt hat war die Tatsache,  dass die konventionellen und die biologischen Stoffe im gleichen Raum ohne jegliche Trennung gelagert wurden. So gibt es keine Gewährleistung dafür, dass die biologischen Stoffe nicht mit den Anderen verwechselt werden, da man nach der Verarbeitung keinen sichtbaren Unterschied mehr feststellen kann.

Colors

Im oberen Stockwerk war die Druckerei. Wir kamen dort leider erst kurz vor der Mittagspause an, sodass nur noch ein Arbeiter zu finden war. Dieser war jedoch sehr begeistert von seiner Arbeit. Wir bekamen jeden der Arbeitsschritte des Druckens genaustens erklärt und durften schließlich auch selber ein T-Shirt bedrucken. Wir werden nochmal in eine Druckerei gehen und uns dann mehr mit dem Inhalt der Farben die für den Druck verwendet werden beschäftigen.

Am Nachmittag hatten wir dann noch ein langes Gespräch mit den CEO des Unternehmens. Dies war sehr aufschlussreich um tiefer in die Strukturen der hiesigen Industrie einzutauchen.

Iliana Steinke

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